Rechtsanwalt Mietrecht

Anwaltskosten der außergerichtlichen Vertretung

Der Rechtsanwalt erhält für seine Tätigkeit verschiedene Gebühren, die im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt sind. Dort sind mehrere hundert Gebührentatbestände aufgeführt. Daher kann hier nur ein Überblick über die wichtigsten Gebühren gegeben werden. Die meisten Gebührentatbestände schließen sich jedoch gegenseitig aus; Sie brauchen also keine Angst zu haben, dass 30 Gebühren oder gar mehr abgerechnet werden.

In sozialrechtlichen Angelegenheiten (Hartz IV) gibt es die sog. Rahmengebühr. Der Anwalt erhält immer das gleiche Honorar. Da ein Hartz-IV-Empfänger jedoch Anspruch auf Beratungshilfe hat, wird das Honorar ohnehin von der Staatskasse bezahlt. Anders ist das in privatrechtlichen Angelegenheiten. Wer keinen Anspruch auf Beratungshilfe hat, muss die Gebühren selbst zahlen (siehe aber auch: Anwaltskosten sparen).

In aller Regel erhält der Anwalt ein Honorar für die direkte Vertretung gegenüber dem Gegner. Das Honorar für die vorhergehende Beratung ist darin enthalten, Sondervereinbarungen zwischen Anwalt und Mandant über das Beratungshonorar sind aber möglich. Daneben erhält der Anwalt ein zusätzliches Honorar für die Vertretung vor Gericht und ein zusätzliches Honorar für das Wahrnehmen eines oder mehrerer Termine bei Gericht. Hinzukommen kann noch eine Einigungsgebühr, wenn vor einer gerichtlichen Entscheidung eine Einigung mit dem Gegner gefunden wurde, die den Streit beendet. Das komplette Nachgeben des Gegners stellt jedoch keine Einigung dar.

In diesem Menüpunkt geht es um das Honorar für die außergerichtliche Vertretung. Das Honorar nennt sich Geschäftsgebühr. Von der Geschäftsgebühr ist das Schreiben von Briefen an den Gegner, das Einholen von Auskünften (bei Behörden, beim Einwohnermeldeamt, bei anderen Personen, bei Wirtschaftsdetekteien usw.) und sind ggf. Telefongespräche mit dem Gegner und Rücksprachen mit dem Mandanten umfasst.

Der Anwalt hat hier die Aufgabe, die Sache zu erledigen, ohne dass alle vor ein Gericht müssen. Er mahnt den Gegner also an, teilt ihm mit, wie die Rechtslage aussieht oder kündigt Verträge. Fordert der Gegner etwas vom Mandanten des Anwalts, so verteidigt der Anwalt seinen Mandanten und versucht, die Forderung ganz oder teilweise abzuwehren. Im Idealfall erreicht der Anwalt bereits hier, dass der Gegner nachgibt und sich die Angelegenheit damit erledigt. Nur wenn der Gegner hartnäckig bleibt, geht die Sache in der Regel vor ein Gericht. Erst dann fallen weitere Gebühren an.

Die Höhe der Geschäftsgebühr richtet sich nach dem Streitwert. Der Streitwert ist in der Regel der Wert, um den gestritten wird (der Wert einer Sache, die Höhe einer Forderung, die Jahresnettomiete bei der Kündigung eines Mietvertrages usw.).

Beispiele:
Streitwert 1.000,- Euro - Honorar = 110,50 Euro + 20,- Euro Portopauschale + 19% USt.
Streitwert 5.000,- Euro - Honorar = 391,30 Euro + 20,- Euro Portopauschale + 19% USt.
Streitwert 10.000,- Euro - Honorar = 631,80 Euro + 20,- Euro Portopauschale +19% USt.
Streitwert 50.000,- Euro - Honorar = 1.359,80 Euro + 20,- Euro Portopauschale + 19% USt.
Streitwert 100.000,- Euro - Honorar = 1.760,20 Euro + 20,- Euro Portopauschale + 19% USt.